. . .und so fing alles an:

Stellvertretend für meine Kinder, von denen zwei der der ,,Jugendarbeitsgemeinschaft Leben (JAL)" angehörten, nahm ich an der Straßendiskussion gegen die Einrichtung des AWO-Schwangerschaftskonfliktzentrums in Essen im Frühjahr 1981 teil. Das war der Ausgangspunkt: ,,Opa, was soll ich denn machen? Es ist schön, das du hier stehst, aber ich kriege ein Kind und zu Hause fliege ich raus, wenn ich es nicht wegmachen lasse. Als ledige Mutter weiß man doch nicht wohin. Eine Wohnung kriegt man nicht und hinterher steht man alleine da."-Hinzugezogene Fachkräfte konnten spontan kein überzeugendes Hilfsangebot machen. Das war ein Alarmzeichen! Im Bekannten- und Freundeskreis wurden Gleichgesinnte gesucht. Ich erfuhr von der Zentralen Beratungsstelle in Dortmund und setzte mich mit deren Leiterin, Frau Ingrid Keim, in Verbindung. Dort erfuhr ich, daß neben allen Hilfemaßnahmen die Beraterinnen überfordert sind, zusätzlich zu ihren schwierigen Beratungstätigkeiten Wohnungen zu beschaffen, sie eventuell zu renovieren und auszustatten. In vielen gemeinsamen Abendsitzungen wurde die notwendige Satzung erarbeitet und der Name des zu gründenden Vereins gefunden. Am 18.Dezember 1981 wurde HOFFNUNG FÜR DAS LEBEN e.V. (HfdL) in Kamen gegründet.

Mit der anschließenden Werbung um Mitglieder und Spender erfolgten gleichzeitig, entsprechend der Satzung, erste praktische Hilfeleistungen in Verbindung mit der Zentralen Beratungsstelle in Dortmund.

Unsere Aktivitäten sind praxisorientiert! Mit einem Dachgepäckträger fingen wir an! Erste Möbeltransporte - Kinderbettchen und kleinere Möbelstücke - für schwangere Mütter konnten damit bewerkstelligt werden. Inzwischen wurden LKW´s und Hänger angeschafft, die ständig im Einsatz sind, Möbel, Waschmaschinen, Kühlschränke, Kochherde kostensparend zu transportieren. Spenden und besonders die Sicherheit regelmäßig eingehender Mietgliedsbeiträge haben uns inzwischen den Kauf von Eigentumswohnungen ermöglicht. Eine Reihe von Wohnungen wurden angemietet und ausgestattet. Über die Belegung der Wohnungen kann von den Beratungsstellen frei entschieden werden. Immer stehen Helfer zur Verfügung, die bereit sind, in ihrer Freizeit Mütter beim Bezug von Wohnungen zu helfen, sie fachlich zu beraten, ihre Wohnungen zu renovieren und jede praktische Hilfe zu leisten:


Eine der Arbeitsgruppen
HOFFNUNG FÜR DAS LEBEN

So wurden unter anderem für Familien, in denen das vierte, fünfte oder sechste Kind erwartet wurde, Dachgeschosse ausgebaut, um für diese Großfamilien mehr Wohnraum zu schaffen. Unserer Zielsetzung - von den Beraterinnen dankbar begrüßt - sind wir in den vergangen Jahren ein ganzes Stück näher gekommen. Nämlich: Um jeder Beratungsstelle eine Hilfemannschaft zu bilden, auf die die Beraterinnen im Bedarfsfall zurückgreifen können, um in Verbindung mit den Beraterinnen schwangeren Mütter in Konfliktsituation mit Direkthilfe im Einzelfall zur Seite zu stehen. So entstanden eine Reihe von Arbeitskreisen: Kamen-Dortmund-Unna-Hamm, Rietberg-Westerwiehe, Höxter, Brakel, Steinheim, Warburg, Büren, Herzebrock, Marienfeld, Siegen, Brilon-Süd, Hagen, Bielefeld, Soest, Möhnesee. Weitere Arbeitskreise sind im Aufbau. Ein ineinandergreifendes System des Hilfsangebotes hat sich entwickelt. Jeder Arbeitskreis trägt seinen Anteil unter eigener Verantwortung. Das hat den Vorteil: die Beraterinnen sind dadurch freier für ihre eigentliche Beratungstätigkeit und alle sind für sich und in ,,eigener Sache" engagiert. Bei allen Initiativen werden die Beraterinnen, nach der Art der zu leistenden Hilfen, befragt in welcher Form sie notwendig sind und wie sie fachlich wirksam werden können. Beratung allein hilft nicht! Echte materielle Hilfe tut not!

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